2. Halbjahr 2014

 

Die in Mischtechnik entstandenen Motive auch von weniger bekannten Ringelnatz-Zitaten setzten sich in humoristischer und hintersinniger Weise mit dem Ringelnatzschen Werk auseinander.
Entstanden sind eine Art Suchbilder, die über den direkten typografischen Kontext hinaus auf die Gedankenwelt und Empfinden des Künstlers Ringelnatz, seine Einblicke in die Wunder und Abgründe seiner Fantasie verweisen.
Entstand ist so eine Art Rätselspiel – von einem Potpourri aus Ringelnatzschen Figuren, dicht an der Karikatur. Diesen Eindruck unterstreicht ihre Farbwahl. Sie beschränkt sich auf Schwarz, Weiß und die Schmuckfarbe Rot.
Inhaltlich begegnen wir Gedichten und Textauszügen u.a. aus der Sammlung „103 Gedichte“ und „Reisebriefe eines Artisten“ so zum Beispiel „An M“. oder „Schiff“, „Gonokokken kieken“, „Kleine Morcheln horcheln“, „Nachruf“ oder „Das Versprechen“, „Die Badewanne prahlte sehr“, „Beinchen“. Verse aus den Kinderbüchern inspirierten sie zu immer neuen, märchenhaften Figuren wie den kleinen Morcheln, zu Pilzwäldern in Hülle und Fülle, zu Ringelratz-Ratten mit Rattenschwänzen, zu „Wo ist das Meer“ humorig umgesetzt als pilzbe-fallenen Badewanne über der Ringelnatz als Mischwesen mit Profilkopf und Matrosenmütze in Seepferdchen-Gestalt schwebt.

Zur Ausstellung erhältlich ist das Buch Jördis Hirsch: "Ritze, Rotze" sowie 2 x 6 der schönsten Motive als Postkarten.



 

Wanderausstellung   "Die Frauen um Ringelnatz"

03.12.13 - wegen der hohen Publikums-Resonanz verlängert
bis Januar 2015

Schloß Bernburg a.d.Saale.(Christianbau)
Schlossstrasse 24
06406 Bernburg
Tel.: 03471 / 621754


Ausstellung vom 07. Aug. bis 04. Sept. 2014

Sinniges und Sinnliches"
Illustrationen zu Ringelnatz von Jochen Ziska

Genau am 131. Geburtstag des Künstlers Joachim Bötticher präsentiert das Kulturhistorische Museum, als Kooperationspartner des „Fördervereins Kulturhistorisches Museum, Städtische Galerie, Ringelnatz-Geburtshaus“ e.V. (www.kultur-hoch3-wurzen.eu), mit Unterstützung des Joachim Ringelnatz Vereins e.V. Wurzen.

Ringelnatz‘ Gedichte, die sinnigen und die sinnlichen, haben den sächsischen Künstler, Grafiker und Lehrenden Jochen Ziska, Professor i.R. an der Burg Giebichenstein/Halle a.S. seit jeher stark berührt, besonders das Deftige, das Erotische wie auch das Nachdenkliche und Tiefgründige.
 
Als 31-jähriger erlebte Ringelnatz die Geschehnisse, die zum ersten Weltkrieg führten, den Krieg selbst und die unsäglichen Folgen ganz bewusst mit.
Wie seine Kollegen so reagierte Ringelnatz subtil auf all diese äußeren Gegebenheiten. Er schrieb beispielsweise Nonsens-Gedichte, trank besonders vor dem Start seiner Bühnenprogramme und schrieb sich vieles von der Seele. Er betrachtete die Menschen, denen diese Missstände auch zu schaffen machten, die darunter litten. Er tat dies leiser als andere, aber durchaus hörbar. 

Von A wie Ameise bis Ü wie Übergewicht oder W wie Weihnachten, von Bandwurm bis Leiermann, von Bordell bis Insel Hiddensee, von der Riesendame bis zum humorvollen Spinner, von Ehrgeiz bis Gold reicht die Wahl der Gedichte.

Dabei veröffentlichen wir in der Publikation ein bis dato unbekanntes Gedicht„Die Dohle pfeift“. Entdeckt wurde Sie von der Weimarer Forscherin Dr. Yvonne Pietsch, Stiftung Klassik Weimar, die auf dieses bisher unveröffentlichte Gedicht stieß, es transkribierte und einer Deutung unterzog. 

Ziskas 27 Illustrationen zu den von ihm ausgewählten Gedichten bringen die poetischen Pointen auf den bildnerischen Punkt. Die Kunst Ziska‘ zeigt sich ebenso darin, den Esprit wie auch die Melancholie des Dichters Ringelnatz festzuhalten.
Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre

Zur Eröffnung rezitiert Nobert Winkler (Mitteldeutscher Rundfunk MDR) einige der ausgewählten Gedichte
.

 

Kurzvita des Künstlers als PDF 



 
Samstag 9.August 2014  -   15 Uhr Städtische Galerie, Markt 1, Wurzen 
 
Dr. Yvonne Pietsch vom Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar
„… derbe Späße, alkoholische Sitzung und noch allerlei Verpöntes“ – Erich Ebstein und seine Beziehung zu Ringelnatz und dem Münchner Simplicissimus-Kreis.

 
Der Mediziner und Literaturhistoriker Erich Ebstein (1880-1931) schloss sich während seiner Zeit als Assistenzarzt in München von 1906 bis 1908 den Schwabinger Künstlerkreisen an. Dort lernte er auch Joachim Ringelnatz kennen, der 1908 nach München gekommen war. Nachdem Ebstein sich als praktizierender Arzt in Leipzig niedergelassen hatte, hielt er Kontakt zu den Münchner Freunden.
Das Goethe- und Schiller-Archiv Weimar, in dem der Ebstein-Nachlass aufbewahrt wird, dokumentiert die Bekanntschaft zwischen Ringelnatz und Ebstein. 

 
Neben Abschriften von Gedichten sowie spaßhaften Grußkarten von Ringelnatz‘ Hand findet sich ein bislang unveröffentlichtes Gedicht >DIE DOHLE PFEIFT<, das auf eine Reklamekarte mit Bleistift geschrieben wurde.
Die Referentin Yvonne Pietsch, seit 2006 wiss. Mitarbeiterin im Goethe- u. Schillerarchiv Weimar begibt sich auf Spurensuche und analysiert anhand der Dokumente die bislang nicht bekannte Beziehung zwischen Ebstein und Ringelnatz. 

Ringelnatz-Sommer 2014
vom 7. bis 10.August 2014, Wurzen

Vier Tage Ringelnatz - rund um seinen Geburtstag  wurde in Wurzen zum Ringelnatz-Sommer eingeladen.
 
Am Donnerstag,  7. August 2014 - 19.00 Uhr,
stellt der Wahl-Muldentaler und Design-Professor Jochen Ziska in der Galerie am Markt seine Assoziationen
zu Ringelnatz-Gedichten aus. 
“Sinniges und Sinnliches” hat er seine Miniaturen genannt.
Zwei Jahre lang hat sich der Bennewitzer mit Ringelnatz befasst und eine ganze Serie Arbeiten vor allem
aquarellierte Zeichnungen, geschaffen, die wunderbar mit den ernsten oder frivolen, hintergründigen und heiteren
Gedichten harmonieren. Vorbereitet wurde die Ausstellung, gemeinsam mit dem Förderverein Kulturhistorisches Museum,
Städtische Galerie, Ringelnatz-Geburtshaus e.V. und den Joachim-Ringelnatz-Verein e.V., sowie dem
Kulturhistorischen Museum der Stadt Wurzen.

Am Freitag, 08. August 2014 ab 16.00 Uhr
haben Gäste des Ringelnatz-Sommers Gelegenheit, in der Ringelnatz-Ausstellung und anschließend
im Ringelnatz-Geburtshaus umzusehen.
Um 18 Uhr lädt der Ringelnatz-Verein dort zu einer öffentlichen Mitgliederversammlung ein, bei der alle willkommen
sind, die sich an der Belebung des Ringelnatz-Hauses beteiligen wollen.

Am Samstag 09. August 2014  -  10.00 Uhr
geht es auf Tour über den Ringelnatz-Pfad Wurzen. Am Dom wird dabei ein neues Kunstwerk auf der dort platzierten
Stele eingeweiht.  Die Bildhauerin Priska Streit hat dank des Sponsorings durch die Deutsche Bank Wurzen die Möglichkeit
erhalten, ihren Entwurf “Der Finger” in die Realität umzusetzen. Seit mehreren Jahren arbeiten der Bund Bildender
Künstler (BBK) Leipzig, der Joachim-Ringelnatz-Verein und die Stadt Wurzen bei Wettbewerben zusammen, die sich
um Kunstwerke auf den Stelen des Ringelnatzpfades drehen. 2015 wird es erneut einen abschließenden Wettbewerb geben.

Um 15.00 Uhr
stellt Dr. Yvonne Pietzsch aus Weimar in der städtischen Galerie in einem spannenden Vortrag ein neues
Ringelnatz-Dokument vor, das bei Ihren Recherchen entdeckt wurde. Die Wissenschaftlerin ist  Gast des Wurzener Museums.

Um 19.00 Uhr
Außergewöhnlich und anregend wird es zum Abend im Schweizergarten", wo Nora Gomringer und das
Ensemble Wortart mit “Wie sag ich Wunder” sprachgewaltig und wortsensibel auftreten werden.
Getragen wird das besondere und außergewöhnliche lyrische Sprachkunstwunder vom Kulturbetrieb der Stadt Wurzen.

Sonntag,  10. August 2014
Nach dem Ringelnatzlauf am Sonntagvormittag  ist die vielfach geehrte Poetin 14 Uhr in der Galerie
nochmals mit einem Familienprogramm zu Ringelnatz zu erleben. Sie löst damit ein bei ihrem letzten Besuch
in Wurzen im November 2013 gegebenes Versprechen an den Ringelnatzverein der Stadt ein.