Fotomontage nach einem Umbau
 

 
"Am Anfang steht die Idee", meinte Wolfgang Friebe vom Architekturbüro W.+ R-Chr. Friebe, "und dann gilt es, diese in ein tragfähiges Konzept umzuwandeln, welches einerseits das Alleinstellungsmerkmal verdient, andererseits eine Finanzierung ermöglicht bzw. absichert.
Wie verhält es sich mit dem Geburtshaus von Joachim Ringelnatz?
Häuser, in denen berühmte und bekannte Persönlichkeiten geboren wurden, gibt es in großer Zahl. Ringelnatz als Dichter, Lyriker, Kabarettist, Zeichner und Maler, Seemann und Offizier sowie Frauenversteher und Liebling der Kinder genießt nicht nur lokale, sondern deutschlandweite Bekanntheit, ist eng mit der Stadt Wurzen verbunden.
Schilder an der Autobahn verweisen auf den berühmten Sohn der Stadt. Seine teils skurrilen, expressionistischen, witzigen geistreichen Gedichte fehlen in keinem Schulbuch und sind Deutschlands Kabarettisten mehr als bekannt. Das denkmalgeschützte Geburtshaus von Ringelnatz, das die fünfköpfige Familie in der ersten Etage bewohnte, sowie es heute vor uns steht ist im Stile des 17./18. Jahrhundert umgebaut und ist in einem desolaten Zustand. Das Gebäude und seine interessante Geschichte reicht bis 1511 zurück.
Diese Gebäude denkmalgerecht zu sanieren, ist die Pflicht und die Aufgabe der Stadt, das Haus kulturell vielschichtig zu nutzen, steht außer Frage und ist Aufgabe der Museumsleitung, die bereits Konzeptionen vorgelegt hat.
Entscheidend hierbei ist, dass man das Haus mit seiner Aura in ein Zentrum der Ringelnatz-Forschung und des Kabaretts verwandeln muss. Dieser Gedanke und diese Vision dürfte den Ort endlich lebendig werden lassen.
Die Dichte der Kabaretts und seiner Kabarettisten in Sachsen lässt den Gedanken mit Sicherheit auf fruchtbaren Boden fallen. Das Interesse über die Landesgrenze hinaus wächst, und deutschlandweit steigt die Aufmerksamkeit. Zur Leipziger „Lachmesse“ ist es nicht weit, und ein authentischer Ort unweit Leipzigs dürfte der Elite der Kleinkunst nicht verborgen bleiben.
Die Stadt Wurzen und der „Förderverein Kulturhistorisches Museum, Städt. Galerie, Ringelnatz-Geburtshaus e.V.“ sowie der „Joachim Ringelnatz-Verein wurzen“ sollten sich nachhaltig mit diesem Thema auseinandersetzen, um über den Bund, das Land, die Gemeinde, die Denkmalpflege, den Städtebau und nicht zuletzt über private Sponsoren Gelder einzuwerben. Ein Spendenaufruf an die deutschen Kabarettisten wäre die logische Schlussfolgerung und bliebe bestimmt nicht ungehört. Dass Spielstätten in kleineren Orten bestens funktionieren, beweisen Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt und Groß-Kochberg in Thüringen gleichermaßen. Beide Spielstätten rekrutieren ihre Besucher nicht in erster Linie aus den Anwohnern, sondern aus den Touristen. Bei beiden Spielstätten ist es mittlerweile nur über eine lange Bestellzeit möglich, an die begehrten Karten zu gelangen.
Für Wurzen stellt diese Vision und Idee eine großartige Chance dar, über einen authentischen Ort die Einwohner der Stadt und der Region, Touristen aus Sachsen und aus ganz Deutschland für den großen Sohn der Stadt zu begeistern und zu interessieren.
Und nicht zuletzt könnte Wurzen damit zu einem weiteren Meilenstein in der sächsischen Kulturlandschaft werden."
 
 
 
Kleiner Einblick in die Studie


Lageplan Ringelnatz-Geburtshaus
 
Straßenansicht
 
Gartenansicht
 
Erdgeschoss
 

 
Obergeschoss
 
Dachgeschoss
 

 

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© Zeichnungen, Bilder und Text: Wolfgang Friebe vom Architekturbüro W.+ R-Chr. Friebe, Leipzig,
© Bildbearbeitung und Galerie Ulli Hohmann