Fortsetzung zur Ringelnatz-Ausstellung


 
Städtische Galerie Wurzen, Markt 1, 04808 Wurzen
Eröffnung: Mittwoch, den 7.8.13, 19 Uhr
Laufzeit / Öffnungszeiten: 8.8.-29.9.2013 / Do-So, 14-18 Uhr


Ausstellung beendet

                      Wanderausstellung siehe Aktuelles

 
 
Publikationen zur Ausstellung:
"Die Frauen um Ringelnatz"
ISBN 978-3-9814317-5-9 - 19.00 €

Erhältlich bei:
Städtische Galerie Wurzen
Markt 1
04808 Wurzen

Telefon: 03425-8 56 04 05
E-Mail: museum@kultur-wurzen.de

Zur Ausstellung

Die Frauen um Ringelnatz – Zum 130. Geburtstag des Künstlers
 
Der Dichter und Schriftsteller, der Maler und Grafiker, der Seemann und Offizier Ringelnatz übte eine besondere Anziehungskraft auf sein Publikum aus. Wie sich zeigte, waren darunter zahlreiche Frauen, die seinen Lebensweg kreuzten.
Ringelnatz, das „Große Kind“, chaotisch, kreativ, war sicherlich ein charmanter und liebenswerter Unterhalter und umgab sich gern mit entsprechend anregenden Menschen. Ihm den treuen Ehemann abzusprechen oder ihn gar als Frauenheld zu sehen, wäre sicherlich unzutreffend.
 
Ziel war es, die Ringelnatz umgebenden Frauen kennenzulernen: Wer waren sie? Wie lernten sie sich kennen? Was zeichnete die Beziehungen zu Ringelnatz aus? Inspirierten sie ihn? Hat er für sie gedichtet, geschrieben?
All diese Frauen förderten Ringelnatz als Künstler und Freund indem sie ihm beispielsweise zu Anstellungen und Aufträgen
verhalfen, ihn inspirierten und unterstützten auch pekuniär. Er war ihnen lieb und teuer. Einige hatten sein Talent und Können erkannt und sie glaubten an ihn.
 
In der Ausstellung werden von den mehr als 40 genannten Frauen - die leichten Mädchen wurden vom Seemann nur hin und wieder erwähnt -, 28 näher vorgestellt; im Katalog finden sich dazu 26 Texte von 22 Autoren sowie bis dato unveröffentlichte Briefe.
 
28 Frauen: darunter natürlich die Familienangehörigen wie Mutter, Schwester, Ehefrau und deren Halbschwestern, Nenntanten, aber eben auch adeligen Damen, gestandene Wirtsfrauen, Frauen die malten, bildhauerten, Geige spielten, Frauen die durch ihr Puppenspiel bekannt waren, Löwen bändigten, oder ein Pensionat mit Schülerinnen leiteten, Hauslehrerin oder Schülerinnen waren, bis zu denen, die Chansonnetten, Diseusen oder Filmstar waren. Sie alle reüssierten irgendwie und irgendwann und sei es durch geschickte Heirat. Viele waren zu ihrer Zeit gefragte Berühmtheiten wie z.B. Asta Nielsen, Renée Sintenis, Emmy Ball-Hennings, Selma des Coudres, Claire Heliot, und Diseusen u.a. an Berliner Theatern.
 
Auch die Kaiserliche Marine mag Ringelnatz’ Umgang in gewisser Weise geprägt haben. Freiwillig gemeldet, brachte er es dort während des 1. Weltkriegs vom Mienenentschärfer bis zum Leutnant zur See. Doch das dort verholen herrschende Frauenbild, das nur „zwei Arten von Frauen – die Guten – die Ehefrauen und die Anderen“ zu kennen schien, galt dem Philanthropen Ringelnatz sicherlich nicht viel.
 
Neue Quellen konnten aufgetan werden, Unterstützungen von zahlreichen (Stadt)-archiven von Eisenach bis Nordhausen, von Ludwigshafen bis Cuxhaven machten es möglich, trotz der schwierigen Quellenlage aufgrund kriegsbedingter Verluste, die Lebenswege der Frauen zu rekonstruieren. Anhand der einschlägigen Literatur: Walter Pape: Ringelnatz; Herbert Günther: Ringelnatz; überdies natürlich vor allem Ringelnatz’ eigene Schriften: „Mein Leben“ und „Als Mariner“ sowie seine Autographen, konnten so ihre Lebensbilder wiederentstehen.
Um Ringelnatz über die reinen Literaturkreise hinaus lebhafter im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu verankern, entwickelte die Museumsleiterin, Kuratorin der Ausstellung und Herausgeberin der Publikation die Konzeption: Den 21 Gastautoren, alles interessante und interessierte „Laien“, führend in anderen Bereichen, Ringelnatz sozusagen ans Herz zu legen.
Das Experiment gelang: Ringelnatz wurde neu deckt.
Zumeist kannten sie alle Ringelnatz nur vage, lediglich einseitig etwa als Schöpfer des derben Matrosen – Kuttel Daddeldu. Das Erstaunen war umso größer, als sie bei ihrer Beschäftigung mit den Frauen um Ringelnatz, den Menschen Ringelnatz und sein Können, sein Wesen besser kennenlernten. Nicht selten hieß es, so habe man den Matrosen und Offizier, den Dichter und Schriftsteller, den Maler und Zeichner, den Vortragskünstler und Ehemann noch nie gesehen.
 
Die Recherchen ergaben erstaunliche Ergebnisse. Jede der Frauen bildet einen Mosaikstein im Kosmos des Künstlers und somit der Zeit, in der Ringelnatz lebte.
In szenischen Umsetzungen und Hörstationen in der Ausstellung „trifft man die Frauen an“.
 
Begleitprogramm zur Ausstellung: „Die Frauen um Ringelnatz - Zum 130. Geburtstag des Künstlers“
Städtische Galerie, Markt 1, Wurzen
Laufzeit: 08.08. - 29.09.2013 / Öffnungszeiten: Do - So: 14:00 - 18:00 Uhr
 
Öffentliche Führungen für Erwachsene, jeweils 15 Uhr im Wechsel, K. Fliedner
Freitag                 09.08.2013         
Sonntag              18.08.2013         
Freitag                 23.08.2013         
Sonntag              01.09.2013         
Freitag                 06.09.2013         
Sonntag              15.09.2013         
Freitag                 20.09.2013         
Sonntag              29.09.2013         Chor des CVJM Leipzig unter Mitwirkung von V. Appel: mit                                                  
                                                           vertonten Chansons Ringelnatz-Gedichten 
                                                           Andreas Pötzl: Ausgerechnet Bananen - Hits aus er Ringelnatz-Zeit
Freitag                  04.10.2013        Letzte öffentliche Führung
Eintritte: 3 € Erw., Kinder gratis
Führung (inkl. Eintritt): 7 € für Erwachsene,